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BRK Kriseninterventionsteam Starnberg aus dem Katastrophengebiet Rottal-Inn zurückgekehrt
Nach Eintreffen in Katastrophengebiet begann am 07.06.2016 um 10:00 Uhr in Pfarrkirchen die Einsatzvorbesprechung mit insgesamt 60 Kriseninterventionshelfern aus ganz Bayern, die in 15 Teams eingeteilt wurden. Jeden Tag sind nun so viele Helfer unterwegs, um den Betroffenen zur Seite zu stehen.
Und dies alleine in Simbach, der Ort, der am stärksten von der Flut getroffen wurde.
Die BRK SEG PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) Starnberg wurde für die Gartenstraße in Simbach eingeteilt. Eine der am schlimmsten betroffenen Straßen.
„Nach der Ankunft in Simbach verschafften wir uns erst einmal einen Überblick über unser Einsatzgebiet und brachten die geschaffene Versorgungsstruktur in Erfahrung.“ berichtet Marc Jenke, Leiter des Kriseninterventionsteams. „Die Anwohner waren evakuiert und in Österreich untergebracht worden. Sie wurden täglich mit Bussen zu ihren Häusern zurückgebracht. Dort kämpfen sie mit allem was sie hatten um den Erhalt ihrer Häuser. Teilweise waren bis zu 30 Helfer damit beschäftigt den Putz von den Wänden zu schlagen, Böden raus zu reißen und Schlamm, Heizöl sowie Wasser aus den Häusern zu schaffen.
Das Schlimmste ist der mit Heizöl verseuchte Schlamm, der sich circa 30cm dick über alles gelegt hat.“
Unser Starnberger Kriseninterventionsteam hatte an diesem Tag über 60 Betroffene zu betreuen, darunter auch eine Familie, die Ihren Familienvater in den Fluten verloren hat.
Auch gab es mehrere alleinstehende ältere Anwohner, die ohne die Hilfe der freiwilligen Helfer von Feuerwehr, THW, aber auch aus der Bevölkerung und sogar von erst letztem Jahr angekommen Flüchtlingen chancenlos wären. Die Dankbarkeit ist groß und es gibt ihnen Hoffnung, dass sich so viele Menschen für sie einsetzen und ihnen helfen.
„Der Grad der Zerstörung ist erschreckend. Nichts konnte in Sicherheit gebracht werden. Die Anwohner erzählten, dass ihre Häuser in nicht einmal 15 Minuten vollgelaufen waren. Wir haben einige Häuser von Anwohnern von innen gezeigt bekommen und sahen dort erst das Ausmaß der Zerstörung. Das Wasser stand fast bis in den ersten Stock und der verseuchte Ölschlamm hat alles zerstört und sich in die Wände gesaugt.
Manche Anwohner würden gerne wegziehen, allerdings fehlen die finanziellen Mittel. Die meisten Anwohner warten auf Sachverständige und die Versicherungen und hoffen, dass sie ihr Haus erhalten können.“ berichtet Marc Jenke weiter.
Die meisten Kriseninterventionsgespräche waren eine Mischung aus Hoffnung, Verzweiflung, aber auch Dankbarkeit, dass sie es überlebt haben. Den Bewohnern ist bewusst, dass im Landkreis Rottal-Inn sieben Menschen ihr Leben verloren haben. Die Betroffenheit ist groß. Auch besteht die Angst, dass es wieder passieren könnte. Einige Menschen sind so verstört, dass sie ihr Haus nicht verlassen möchten.
Generell wird das Angebot der psychosozialen Betreuung gerne angenommen. Auch wenn die Betreuung oft anders aussah, als bei normalen Kriseninterventionseinsätzen. Hier ging es auch darum, für die Menschen Hilfe, Essen und Trinken zu besorgen.
Auch klärten wir die Anwohner über die staatlichen und caritativen Hilfen auf und erklärten ihnen, wo sie was bekommen. Wo kann man duschen, wo gibt es die finanzielle Soforthilfe, wo gibt es Essen, wo Medikamente, wie ist die Nummer des Bürgertelefons.
Einige Anwohner waren mit Aufräumen zu beschäftigt und nicht an einem Gespräch interessiert, allerdings waren sie froh zu wissen, dass auch die nächsten Tage immer jemand da ist, der ein offenes Ohr hat und nach ihnen schaut.
So werden auch weiterhin täglich dutzende Kriseninterventionshelfer aus ganz Bayern in den Landkreis Rottal-Inn reisen, um den Betroffenen zur Seite zu stehen. Auch für das Kriseninterventionsteam Starnberg könnte dies nicht das letzte Mal gewesen sein.
BAYERISCHES ROTES KREUZ Kreisverband Starnberg | Bei uns veröffentlicht am 09.06.2016
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